Die 1920er- und 1930er-Jahre bilden bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges die Hauptphase des Art déco. Der sich von Frankreich aus verbreitende Stil wird bis heute mit Luxus und Glamour assoziiert. Kostbare Materialien wie Tropenhölzer, Galuchat (Rochenleder) und Perlmutt fanden in der Konsumgüter- und Möbelproduktion breite Anwendung. Die Objekte zeigen teils dekorative Elemente, die eklektisch aus verschiedensten Kunstrichtungen und Kulturen entlehnt sind. Zunächst vor allem für eine kaufkräftige Oberschicht geschaffen, waren Erzeugnisse in der Formsprache des Art déco ab den späten 1920er-Jahren zunehmend weit verbreitet. Insbesondere die Entwicklung neuer Fertigungstechniken und Kunststoffe wie des Bakelits trug dazu bei und macht den Art déco zu einem Beispiel für eine ursprünglich in der Kunst wurzelnde, ehemals elitäre Formensprache, die von der Industrie aufgegriffen und allgemein zugänglich gemacht wurde.
Referenten: Anne-Kathrin Segler, Leiterin Museum fĂĽr Angewandte Kunst Gera
Preis: 15,00 € / erm. 10,00 €
Eine Veranstaltung der Villa Esche/CÂł und der Henry van de Velde Gesellschaft Sachsen e. V.



