Im 1908 vom Unternehmer Karl Schmidt gegrĂĽndeten Hellerau – der ersten deutschen Gartenstadt -, existierte vor und nach dem Ersten Weltkrieg eine „Pädagogische Provinz“. Diese von Goethe in seinem Bildungsroman „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ und von Herrmann Hesse im „Glasperlenspiel“ literarisch beschriebene idealtypische Erziehungsgemeinschaft wurde bisher in Deutschland nur in der Gartenstadt Hellerau von 1912-1914 und von 1919-1925 sowie in der Gartenvorstadt Hohenhagen unter Mitwirkung Henry van de Veldes von 1919-1921 verwirklicht. Eine im goethischen Sinn und im Sinn Hermann Hesses konzipierte „Pädagogische Provinz“ ist humanistisch intendiert. Sie zeichnet sich zudem aus durch eine symbiotische Vereinigung einer angstfreien und natĂĽrlichen Lehrer-SchĂĽler-Beziehung mit einer handwerklichen oder kunstgewerblichen Ausbildung sowie mit einer musisch-tänzerischen Erziehung. Der Vortrag stellt die existierenden „Pädagogischen Provinzen“ vor, vergleicht diese mit den Hohenhagener BemĂĽhungen und grenzt sie von versuchten völkischen Vereinnahmungen ab.Â
Referent: Dr. Thomas Nitschke
Preis: 15,00 € / erm. 10,00 €
Eine Veranstaltung der Villa Esche/CÂł und der Henry van de Velde Gesellschaft Sachsen e. V.


